Merinowolle und die Sonne: Warum Wolle von Natur aus die Nase vorn hat
Die meisten Menschen denken bei Wolle an warme Winterpullover und kalte Tage. Doch Wolle ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Material in sonnenreichen Regionen. Das ist kein Zufall. Wolle hilft dem Körper nicht nur, sich bei warmem Wetter wohlzufühlen, sondern besitzt auch von Natur aus UV-schützende Eigenschaften.
Das bedeutet nicht, dass ein Wollkleidungsstück automatisch einen bestimmten UPF-Wert hat. Dieser variiert nämlich je nach Kleidungsstück. Verschiedene Studien haben jedoch gezeigt, dass Wolle dank des einzigartigen Aufbaus der Faser von Natur aus einen relativ hohen UV-Schutz aufweist.
Warum ist UV-Schutz wichtig?
Sonnenlicht tut uns gut, enthält aber auch ultraviolette (UV-)Strahlung. Eine zu starke Exposition kann die Haut schädigen. Deshalb empfehlen Gesundheitsorganisationen an sonnigen Tagen die Verwendung von Sonnencreme, das Aufsuchen von Schatten und das Tragen von schützender Kleidung.
Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass nicht alle Kleidungsstücke die gleiche Menge an UV-Strahlung abhalten. Die Wahl eines bestimmten Materials macht also durchaus einen Unterschied.
Warum hat Wolle von Natur aus UV-schützende Eigenschaften?
Das hat alles mit dem besonderen Aufbau der Wollfaser zu tun.
Keratin: ein natürlich schützendes Protein
Wolle besteht zu etwa 97 % aus Keratin, demselben starken Protein, aus dem auch unsere Haare und Nägel aufgebaut sind.
Keratin hat die Eigenschaft, einen Teil der UV-Strahlung zu absorbieren. Dadurch erreicht weniger UV-Strahlung die Haut als bei vielen anderen Materialien. Dies ist einer der Gründe, warum Wolle für ihre natürlichen UV-Schutzeigenschaften bekannt ist.
Eine intelligente Faserstruktur
Auch die Form der Wollfaser spielt eine wichtige Rolle.
Wolle besteht aus feinen, gekräuselten Fasern, die beim Spinnen und Stricken dicht beieinanderliegen. Dadurch entsteht eine kompakte Oberfläche mit kleinen Lufteinschlüssen dazwischen.
Dadurch:
- wird ein Teil der UV-Strahlung abgehalten;
- bleibt der Stoff gut atmungsaktiv;
- können Wärme und Feuchtigkeit leicht abgeführt werden.
Gerade diese Kombination macht (Merino-)Wolle an warmen Tagen so angenehm.
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Wolle bleibt bequem, auch wenn es warm ist
Bei einem Spaziergang, einer Radtour oder einem Tag am Meer gerät man ins Schwitzen.
Merinowolle kann bis zu etwa 30 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass oder klamm anzufühlen. Die Fasern fühlen sich weiterhin angenehm an und behalten auch im feuchten Zustand einen Großteil ihrer natürlichen Eigenschaften.
Das ist einer der Gründe, warum Merinowolle bei Wanderern, Radfahrern und anderen Outdoor-Liebhabern so beliebt ist.
Nicht jedes Wollkleidungsstück schützt gleichermaßen
Obwohl Wolle von Natur aus UV-schützende Eigenschaften besitzt, variiert der tatsächliche Schutz je nach Kleidungsstück.
Dies hängt unter anderem ab von:
- der Stoffstärke;
- der Dichte des Gestricks oder Gewebes;
- der Farbe (dunkle Farben schützen in der Regel besser als helle);
- ob das Kleidungsstück aus 100 % Wolle besteht oder eine Wollmischung ist.
Deshalb geben wir keinen spezifischen UPF-Wert für unsere Merinowollkleidung an. Ein solcher Wert kann nur durch einen Test des Kleidungsstücks nach den geltenden Normen ermittelt werden.
Wie verhält sich Wolle im Vergleich zu anderen Materialien?
Nicht alle Textilarten bieten den gleichen natürlichen Schutz vor UV-Strahlung.
Dünne Baumwollstoffe lassen beispielsweise relativ leicht UV-Strahlung durch, insbesondere wenn sie nass werden oder locker gewebt sind. Auch viele synthetische Stoffe bieten erst einen höheren UV-Schutz, wenn sie speziell dafür entwickelt oder behandelt wurden.
Merinowolle hat dank des natürlichen Keratinproteins und der dichten Faserstruktur von sich aus bereits einen Vorteil. Ohne zusätzliche chemische Behandlung verfügt Wolle über Eigenschaften, die zu einem relativ hohen UV-Schutz beitragen.
Hinzu kommt, dass Merinowolle auch:
- die Körpertemperatur reguliert;
- Feuchtigkeit schnell aufnimmt und wieder abgibt;
- weniger schnell unangenehme Gerüche aufnimmt;
- sich leicht und angenehm anfühlt, auch bei warmem Wetter.
Eine kluge Wahl für sonnige Tage
Gehen Sie wandern, Rad fahren, reisen oder verbringen Sie einen Tag am Strand? Dann ist Schutzkleidung eine kluge Wahl als Teil eines guten Sonnenschutzes.
Kein Kleidungsstück bietet unbegrenzten Schutz vor der Sonne. Wenn Sie längere Zeit draußen sind, ist es weiterhin wichtig, unbedeckte Haut gut mit Sonnencreme einzuschmieren und bei Bedarf eine Mütze oder einen Hut zu tragen.
Merinowolle hat dabei einen angenehmen Vorteil. Das Material fühlt sich angenehm an, hilft, die Körpertemperatur zu regulieren und verfügt von Natur aus über UV-schützende Eigenschaften. Gerade deshalb ist Merinowolle eine beliebte Wahl für alle, die gerne draußen sind.
Merinowolle: bequem in jeder Jahreszeit
Merinowolle beweist, dass Wolle viel mehr ist als ein Material für den Winter. Dank ihrer atmungsaktiven Eigenschaften, exzellenten Feuchtigkeitsregulierung und natürlichen UV-Schutzeigenschaften ist sie gerade auch an sonnigen Tagen eine kluge Wahl.
Ob Sie einen Spaziergang durch die Dünen machen, eine Radtour auf dem Deich unternehmen oder einen Tag am Meer genießen: Merinowolle zeigt, dass ein natürliches Material in jeder Jahreszeit überraschend vielseitig sein kann.